Das Institut für Nationales Gedenken (IPN) setzt die archäologischen Ausgrabungsarbeiten in den Piaśnica-Wäldern fort. Suche nach Spuren der „Aktion 1005” und der Vertuschung der deutschen NS-Verbrechen von 1939–1944

Das Institut für Nationales Gedenken in Gdańsk / Danzig setzt archäologische Ausgrabungsarbeiten im Piaśnica-Wäldern fort, einem der wichtigsten Orte der Massenhinrichtungen in Pommerellen. Die vom 2. bis 10. November 2025 durchgeführten Untersuchungen zielen darauf ab, materielle Spuren der deutschen „Aktion 1005” zu finden, deren Ziel es war, die materiellen Beweise für den Massenmord während des Zweiten Weltkriegs zu verwischen.
Ziel und Umfang der Arbeiten des IPN
Seit 2021 führt die Ermittlungsabteilung des IPN zusammen mit Experten der Universität Łódź und der Universität Rzeszów unter der Leitung von Dr. Dawid Kobiałka systematische Untersuchungen an Orten durch, an denen sich möglicherweise Massengräber der Opfer des sogenannten Pommerellen-Massakers von 1939 befinden. Die Arbeiten wurden zuvor unter anderem in Chojnice / Konitz, am Borówno-See und im Szpęgawski-Wald durchgeführt.
In der neuen Untersuchung analysiert das IPN den Verlauf der „Aktion 1005” – einer geheimen Operation, die seit 1943 von den Deutschen durchgeführt wurde und darin bestand, Leichen aus Massengräbern zu bergen, sie auf Scheiterhaufen zu verbrennen und die Asche zu verstecken, um die Spuren der Massenhinrichtungen zu verwischen.
Der Wald von Piaśnica – Ort eines Massenmordes
In den Wäldern um Piaśnica / Piasnitz herum ermordeten die Deutschen in den Jahren 1939–1940 Tausende von Menschen – VertreterInnen der polnischen Intelligenz, Geistliche und PatientInnen psychiatrischer Kliniken. 1946 wurden dort 25 Massengräber und zwei Verbrennungsstätten gefunden und 305 Opfer exhumiert, von denen nur 55 identifiziert werden konnten.
Die meisten Gräber waren jedoch leer, es blieben nur Knochenfragmente, Patronenhülsen oder Alkoholflaschen zurück, was die Durchführung der „Aktion 1005” im Jahr 1944 bestätigt, bei der die Deutschen die Leichenreste verbrannten und in den umliegenden Wäldern verstreuten.
Die Untersuchungen von Dr. Barbara Bojarska in den 1950er und 1960er Jahren ermöglichten es, weitere zerstörte Gräber zu finden, und mündliche Berichte belegen, dass es im Piaśnica-Wald noch immer unentdeckte Begräbnisstätten und unbekannte Verstecke mit mehreren Tonnen verbrannten menschlichen Überresten geben kann.
Moderne Untersuchungstechniken
Den Arbeiten des IPN gingen eine Analyse von Archiven, Luftlaserscans und historischen Fotos voraus. Vor Ort wurden Oberflächenuntersuchungen, Metalldetektoren und geologische Bohrungen eingesetzt. Die gefundenen Gegenstände und menschlichen Knochenfragmente werden anthropologischen, archäologischen, geochemischen und archäobotanischen Analysen unterzogen.
Bei den diesjährigen Untersuchungen wurden über 200 Metallartefakte entdeckt, die mit den Massenhinrichtungen oder dem Versuch, die Spuren des Verbrechens zu verwischen, in Verbindung stehen könnten.
Fortsetzung der Untersuchungen
Das IPN kündigt weitere Maßnahmen in naher Zukunft an und weist darauf hin, dass neue wissenschaftliche Methoden einen Durchbruch bei der Aufklärung des Schicksals der NS-Opfer und der Rekonstruktion des Tathergangs ermöglichen.
*Quelle der Fotos und des Films: IPN in Danzig
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des Museums an.






